Das Donnern beginnt um vier Uhr morgens, wenn der sehnsüchtig erwartete Unterbezahlte die überbewertete Sonntagsverblödung eigentlich unter der Haustür , dann aber doch dem Nachbarn in die Hand drückt. Daraufhin folgt der zweite Akt in Form eines dramatischen Aufstiegs in die erste Etage, unterbrochen von ausgiebiger Schnappatmung und dem Absetzen des aufgequollenen Fleischklumpens, damit noch genug Blut für das Verarbeiten von Bildern mit kurzen Texten übrig bleibt. Am Gipfel angekommen, schleppt sich der Frührentner mit letzter Kraft in seinen Sessel, den er mehr anrempelt und hineinfällt statt behutsam in ihn hinein zu gleiten, um keine unnötigen Knochenbrüche herauszufordern. Das erste Fortissimo, das von diesem Fall ausgeht, nimmt unser Erzähler unbewusst im Traum wahr und verarbeitet es in selbigem zu einem Bombeneinschlag. Im Oberstübchen des Nachbarn passiert immer noch nicht viel, aber die Position seiner Leseunterlage stört ihn, daher schiebt und schleift er diese über den Boden und erzeugt den nächsten, akustischen Tsunami für alles, was eine Etage weiter unten liegt. Die Traumwelt des Erzählers erzittert und löst sich (endlich?) in einem plötzlichen Schock auf, bringt den Erzähler dazu, mit Herzrasen aus dem Bett zu fahren. Die Kopfschmerzen, ausgelöst von der Kombination aus zu schneller Bewegung des Kopfes und dem durch die Lärmbelästigung verursachten, verkrampften Kiefer, werden mit Ibuprofen behandelt, um die Nacht etwas zu verlängern. Nur, der Lärmbeauftragte, beseelt von seiner Errungenschaft aus der direkten Begegnung mit dem Niedriglohn-Möchtegern-Postboten, schiebt vor lauter Freude nun auch sein Bett einmal quer durch die Zwei-Zimmer-Wohnung. An dem Punkt wird unser Erzähler zur schnaubenden Dampfwalze, dem fleischgewordenen Hass auf Ruhestörungen und selbsternannten, jüngsten Gericht. Er bricht die Tür zum Nachbarn auf, tritt mit Anlauf auf dessen Quellfuß, auf seinen Tisch, auf die schimmelnde Dvd Sammlung und zuletzt – ganz bewusst – auf die Bilderzeitung. Nur ein Hirngespinst, bis sich irgendwann der Geduldsfaden auflöst wie das Format der Sonntagszeitung.
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